Über die Periode wird oft nur leise gesprochen – dabei ist sie für die Hälfte der Bevölkerung ist im Laufe des Lebens ein selbstverständlicher Teil. Doch während einige Tampons oder Binden einfach kaufen, ist das für andere jeden Monat eine finanzielle Sorge. Wenn das Geld knapp ist, werden Menstruationsprodukte zu etwas, über das man nachdenken, rechnen oder worauf sogar verzichtet werden muss.
Was Periodenarmut bedeutet
Periodenarmut heißt nicht nur, dass Produkte fehlen. Wer sich Menstruationsprodukte nicht leisten kann, spart oft – mit Folgen: Die Angst, plötzlich ohne Schutz dazustehen und deshalb nicht am Alltag teilnehmen zu können. Oder Produkte zu lange zu nutzen.
Laut einer repräsentativen Umfrage von Plan International Deutschland sind 23 % der Mädchen und Frauen in Deutschland durch die monatlichen Ausgaben finanziell belastet. 12 % zögern den Wechsel von Tampons oder Binden bewusst hinaus. Das kann auch gesundheitliche Folgen haben.
Die Zahlen zeigen, dass Periodenarmut kein Randthema ist. Finanzielle Lage, Gesundheit und Teilhabe sind miteinander verbunden. Die Menstruation (ähnlich wie Verhütung) ist im System nicht ausreichend verankert.
Was helfen kann
Es braucht vor allem mehr Offenheit und praktische Unterstützung. Kostenfreie Menstruationsprodukte an öffentlichen Orten, in Schulen (übrigens gibt es in den weiterführenden Schulen folgender Städte bereits Periodenprodukte: Barmstedt, Halstenbek, einige in Pinneberg, Rellingen, Schenefeld, Uetersen und Wedel), Beratungsstellen oder Gemeinschaftsräumen können eine Entlastung sein. Falls du diese Forderung unterstützt, kannst du dich gern an der Petition für kostenlose Menstruationsprodukte in Schleswig-Holstein beteiligen. Hier ist der Link hinterlegt.
In Uetersen wurde im Mai 2026 eine Spendenaktion für Menstruationsprodukte für die Tafel durchgeführt. Die Tafel eurer Stadt zu fragen, ob sie solche Spenden annimmt, wäre also eine weitere Idee.
Und wir finden: Auch in den Toiletten von Restaurants sollten Menstruationsprodukte, ähnlich wie Toilettenpapier, zur Standardausstattung gehören.
Denn: Menstruation gehört für sehr viele zum Alltag. Versorgung sollte daher der Standard sein. Und echte Gemeinschaft beginnt dort, wo wir auch über solche (vielleicht für manche „unbequeme“) Themen offen sprechen – auch über die Periode und auch über Periodenarmut.
Ein Beitrag von Eline Joosten, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Uetersen