Aminata Touré besucht das Gewaltschutzhaus in Halstenbek

In Halstenbek gibt es seit 2024 ein Gewaltschutzhaus, das von der Gemeinde Halstenbek getragen wird. Die Gemeinde hat auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragte etwas ins Leben gerufen, was es so in der Form noch nicht in Schleswig-Holstein gibt. Die Gleichstellungsministerin hat kürzlich das Gewaltschutzhaus besucht, um sich vor Ort ein Bild von der Einrichtung zu machen und sich über das neue Konzept der Gemeinde zu informieren.

Was unterscheidet das Halstenbeker Haus von den anderen Frauenhäusern im Kreis?

Anders als die Frauenhäuser im Kreis Pinneberg hat das Gewaltschutzhaus ein halboffenes Konzept. Das Konzept ermöglicht den betroffenen Frauen und Kindern, im vertrauten sozialen Umfeld zu bleiben und Besuch zu empfangen. Dies trägt maßgeblich zur Stabilisierung bei und verhindert zusätzliche Belastungen durch erneute Ortswechsel oder unsichere Notlösungen. Beim Bewohnen des Hauses ist die Anbindung an das Hilfesystem im Kreis eine weitere wichtige Komponente des Konzepts.

Vor dem Hintergrund des dramatischen Mangels an bezahlbarem Wohnraum und der daraus resultierenden langen Verweildauern der Betroffenen in Frauenhäusern ist ein ergänzendes, niedrigschwelliges Schutzangebot sinnvoll. Ziel ist es, von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern gemäß der Istanbul-Konvention schnell und wirksam Schutz, Stabilität und Unterstützung zu bieten sowie die Unterversorgung an Frauenhausplätzen abzufedern. Das Gewaltschutzhaus in Halstenbek richtet sich dabei an eine spezifische Zielgruppe von Frauen mit ihren Kindern, die einen kleinen bis mittleren Betreuungsbedarf haben, bei denen keine akute Verfolgung durch den Täter vorliegt, und das frühzeitig ansetzt, um Eskalationen und Hochrisikogefährdungen zu verhindern.

Und was sagt die Ministerin?

„Geschlechtsspezifische Gewalt ist leider nach wie vor Realität. Wir müssen konsequent gegen männliche Gewalt vorgehen und Frauen und Kindern in Notsituationen unterstützen. Als Land investieren wir deshalb in Maßnahmen, die Schutz, Stabilität und neue Perspektiven für Frauen und ihre Kinder bieten, und nehmen darüber hinaus männlicher Täter und die Ursachen von Gewalt stärker in den Fokus. Das Gewaltschutzhaus in Halstenbek ist ein sehr gutes Beispiel für ein niedrigschwelliges, ergänzendes Angebot. Hier finden Frauen und ihre Kinder schnell und unkompliziert lebensnahe Hilfe und Sicherheit“, so Aminata Touré beim ihrem Besuch.

Der Besuch unterstreicht die Bedeutung des Gewaltschutzes als zentrale sozialpolitische Aufgabe und das gemeinsame Ziel von Politik und Trägern, Betroffene nachhaltig zu unterstützen und Gewalt wirksam zu bekämpfen.

Du oder deine Bekannte braucht Unterstützung? Hier findest du sie:

Frauenberatung Pinneberg
Bahnhofstraße 29-31
25421 Pinneberg
Tel. 0 41 01 – 51 31 47
info(at)frauenberatung-pinneberg.de
Frauen*beratung Elmshorn
An der Bahn 1
25336 Elmshorn
Tel. 04121 6628
info(at)frauenberatung-elmshorn.de
Frauenhaus Pinneberg e.V.
25404 Pinneberg
Tel. 04101 / 20 49 67
info(at)frauenhaus-pinneberg.de
Frauenhaus Elmshorn
Tel. 04121/ 25 8 95
mail(at)frauenhaus-elmshorn.de
Autonomes Frauenhaus Wedel
Tel.: 04103-14553
info(at)frauenhaus-wedel.de

Ein Beitrag von Celia Letzgus, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Halstenbek